Die Verluste der US-Luftwaffe am Hardtberg

- 22. Februar 1944 -

 

 

Einleitung

Mit Beginn der Operation Argument am 20. Februar 1944 eröffnete die RAF und die USAAF eine groß angelegte Angriffsserie gegen ausgewählte Bereiche der Rüstungsindustrie des Dritten Reichs.
Im Verlauf der auch als Big Week bezeichneten Operation vom 20. bis zum 25. Februar 1944 wurden ca. 6.000 Bomber und 3.670 Jäger als Begleitschutz durch die Alliierten eingesetzt. Ziel war die Vernichtung der deutschen Flugzeugproduktion, die Zerstörung von Flugplätzen sowie die Abnutzung der bereits im Kampf befindlichen personellen und materiellen Ressourcen.
 



Dienstag, der 22. Februar 1944

An diesem Tag wurden durch die USAAF folgende Luftstreitkräfte in Europa zum Einsatz gebracht:

8. Air Force, USAAF, Mission 230
Die Operation Argument wir fortgesetzt. Ziele waren Einrichtungen der Luftfahrtindustrie sowie Flugplätze der Luftwaffe.

1st Air Division
289 B-17 wurden auf Flugzeugwerke zum Einsatz gebracht. Angriffe erfolgten auf die Werke bei Aschersleben (34 Bomber), Bernburg (47 Bomber) und Halberstadt (18 Bomber) und zusätzlich die Werke in Regensburg - durch die 15 Air Force. Weitere Angriffe erfolgten auf Wernigerode (19 Bomber), Magdeburg (15 Bomber), Marburg (9 Bomber), Bünde (32 Bomber) und 7 B-17 griffen weitere Gelegenheitsziele an.

2nd Air Division
333 B-17 wurden zum Einsatz auf die Kugellagerwerke bei Schweinfurt geschickt. Auf Grund schlechten Wetters war die Bildung einer Angriffsformation nicht möglich und der Einsatz wurde bereits vor der Überquerung der europäischen Küste abgebrochen.

3rd Air Division
177 B-24 brechen ihren Anflug befehlsgemäß ab, als sie bereits 160 km im deutschen Luftraum waren. Der folgende Angriff auf Ausweichziele wurde durch starken Wind behindert, so dass die Bombenlast der B-24 die Städte Enschede, Arnheim, Nijmegen und Deventer in den Niederlanden trafen.
Die Einsätze wurden durch 67 P-38 Lightning, 535 P-47 Thunderbolt der 8. und 9. Air Force sowie 57 P-51 Mustang der 8. und 9. Air Force begleitet.

9. Air Force, USAAF
B-26 griffen den Flugplatz Gilze-Rijen in den Niederlanden an. Über 100 andere Bomber mussten ihren Einsatz auf Grund des schlechten Wetters abbrechen.

15. Air Force, USAAF
B-17 griffen die Bahnanlagen bei Petershausen, die Messerschmitt Flugzeugwerke bei Regensburg, sowie ein Luftwaffendepot bei Zagreb in Yugoslavien an. Die Flugzeugwerke bei Regensburg wurden gleichzeitig von einer großen Formation B-24 angegriffen. Weitere B-24 griffen den Hafen von Zara und die Stadt Sibenik in Yugoslavien an.
 



Das Wappen der 384th Bomb GroupEinsatzziel Junkers Flugzeugwerke, Aschersleben

Im Rahmen der Mission 230 der 8th Air Force setzte ein Teil der 1st Air Division ihre B-17 gegen die Junkers Flugzeugwerke bei Aschersleben ein.
Die 384th Bombardment Group (Heavy) - deren Leitspruch "Keep the show on the road" war – stellte unter der Mission 65B einen Teil der Kräfte. Diese 17 B-17 Flying Fortress bildeten den 41st "B" Combat Bomb Wing.


Tagesablauf der 384th Bomb Group

Operationsbericht der High Group des 41st CBW, verfasst von Operations Officer Thomas P. Beckett, datiert mit 22.02.1944.
17 B-17 Flying Fortress der 384th Bomb Group starteten zwischen 08:51 und 09:02 Uhr. Alle Maschinen waren mit der maximalen Bombenlast von M47A1 [Brandbombe] beladen. Eine der später vermissten B-17 war zusätzlich mit 25 Paketen G-27 "Nickles" [Flugblätter] beladen.
Die Formationsbildung durch Group und Wing erfolgte ohne größere Schwierigkeiten. Von den gestarteten 17 B-17 flogen anschließend 12 B-17 in den Einsatz. Eine dieser Maschinen musste den Einsatz vorzeitig abbrechen. Eine B-17, geflogen durch Lt. Jeter, kollidierte mit einer Maschine aus Molesworth während der Formationsbildung. Lediglich der Bombenschütze und der Navigator konnten sich mit dem Fallschirm sicherOperationsbericht der High Group des 41st CBW retten. Die restliche Besatzung fiel. Die britische Küste wurde gegen 10:41 Uhr erreicht, die feindliche Küste um 11:38 Uhr überflogen. Der Schutz durch Begleitjäger erfolgte nicht wie geplant. Die ersten P-47 Thunderbolt waren ab 11:42 Uhr am Verband, verließen diesen aber wieder um 12:05 Uhr.
Vier der am Einsatz beteiligten Maschinen gelten als vermisst. In der Gegend von Münster gingen im Zeitraum von ca. 12:30 bis 13:00 Uhr 4 B-17 Flying Fortress verloren, als der Verband durch deutsche Jagdflugzeuge angegriffen wurde. Die B-17 von Lt. Markow, Lt. Kew, Lt. Defrees und Lt. Mc Donald wurden während des Kampfes zum Absturz gebracht. Schätzungsweise 50 Angriffe erfolgten durch feindliche Maschinen, größtenteils von Bf 109 und Fw 190.
Erst nach diesen deutschen Angriffen tauchten 4 US-Jäger des Typs P-51 Mustang auf. Sie begleiteten die Formation, bis diese das Zielgebiet wieder verließ. Eine weitere B-17 musste den Einsatz vorzeitig abbrechen. Am Angriffsziel Aschersleben herrschte gutes Wetter mit klarer Sicht. Gegen 14:02 Uhr erfolgte die Bombardierung aus einer Höhe von 21.000 Fuß bei anscheinend guter Trefferlage. Von der 384th BG waren hierbei nur noch 7 Maschinen beteiligt. Während des Einsatzes kam es nur zu leichtem und ungenauem Flakbeschuss. Die letzte Jägereskorte erfolgte ab 15:45 Uhr durch P-47 Thunderbolt. Eine Eskorte durch Spitfire erfolgte nicht.

Weitere Berichte der 384th Bomb Group:

   Einsatzbericht von Formationsführer der High Group, 41st CBW, Major George W. Harris, datiert auf 22.02.1944.
   Vorlage "Group Formation" - Start
   Vorlage "Group Formation" - Angriff
   Stellungnahme von 1st. Lt. Richard K. Crown, leitender Bombenschütze der High Group des 41st CBW "B"-Formation, datiert mit 22.02.1944.Vorlage "Group Formation" - Angriff
   Kommandierte Besatzungen und Flugzeuge
   Vorlage "Start und Landung" des Flugplatzes 106, 22. Februar 1944, "B" Group
   Vorlage "Start und Landung" mit weiteren Details
   Blatt "J" Form, 41st "A" und 41st "B", erstellt von Sgt. Glomski
   Blatt "Group Formation" der "B" Group
   Blatt "Group Formation" der 41st CBW "B"

Auszug aus einem Bericht der 324th BS / 91st BG

Die 324th Bomb Squadron gehört zu einer Combat Bomb Group, die am 22 Februar die Flugzeugwerke bei Oschersleben angriffen. Während des Einflugs beobachten Mitglieder der Einheit den Jägerangriff auf die "B" Group im Raum Münster.
Eine Unterstützung durch Langstreckenjäger erfolgte nur zu Beginn und am Ende des Einsatzes, im Zielgebiet jedoch nicht.
Das Wetter war schlecht und es waren zu wenig B-17 im Einsatz. Im Luftraum zwischen Hamm und Münster gerieten zwei Wings ins Kreuzfeuer. Wir konnten viele abstürzende B-17 beobachten. Unser schwacher Jagdschutz konnte nicht verhindern, das auch wir von feindlichen Jägern angegriffen wurden. Eine P-51 kam auf 8 feindliche Jäger.
Lt. Doyle sagte: "Drei Schwärme von deutschen Jägern griffen uns an. Insgesamt gab es 75 bis 100 feindliche Jäger. Eine Gruppe von Bf 109 griff die rechte Seite an, eine Gruppe von Fw 190 griff unsere Mitte an, einige Bf 110 zielten auf die linke Ecke unserer Formation."



MACRs der abgestürzten Flugzeuge

Die MACRs enthalten eine Zusammenfassung mit Daten des Flugzeugs und seiner Crew, Aussagen der Besatzungsmitglieder, Berichte weiterer Augenzeugen des Absturzes und Übersetzungen deutscher Dokumente.
Die Übersicht ermöglicht die allgemeine Zuordnung von Besatzung und Flugzeug. Die Aussagen von Besatzung und Zeugen ermöglichen eine genaue Analyse des Absturzes. Die enthaltenen Übersetzungen deutscher Dokumente werden getrennt behandelt. Dort werden sie als Original ausgewertet.
Die folgenden MACRs wurden für die Auswertung der Verluste am Hardtberg gesichtet:

MACR 2464, B-17G 42-97450, 546th BS / 384th BGMACR 2464, B-17G 42-97450, 546th BS / 384th BG
   Pilot Markow, Henry V., 546th Sqd.
   Copilot Lundgren, Edward Warren, 546th Sqd.
   Nav.: Schweikart, John W., 546th Sqd.
   Bomb.: Littleton, George J., 546th Sqd.
   Radio Op.: Atkinson, Owen Glenn, 546th Sqd.
   Engineer/TT: Fooder, Elmer H., 546th Sqd.
   BT: Stropek, George V., 546th Sqd.
   TG: Misiewicz, Joseph R., 546th Sqd.
   Fl.G: Sager, Edwin M., 546th Sqd.
   Fl.G: Madden, Arthur W., 546th Sqd.
Die Maschine ging auf Grund von Beschuss durch 10 bis 15 Messerschmitt Bf 109 verloren. Der Bericht umfasst 22 Blatt.

MACR 2466, B-17F 42-3087, 547th BS / 384th BG
   Pilot: Kew, William J., 547th Sqd.
   Copilot: Nicklett, Charles Edwin, 547th Sqd.
   Nav.: O'Hara, Irvan Guy, 547th Sqd.
   Bomb.: Dow, Carleton F., 547th Sqd.
   Radio Op.: Miles, Harold R., 547th Sqd.
   Engineer/TT: Ross, James W., 547th Sqd.
   BT: Baird, Ralph Edwin, Jr., 547th Sqd.
   TG: Hopkins, James R., 547th Sqd.
   Fl.G: Whipple, Charles Thomas, 547th Sqd.
   Fl.G: Lunceford, John W., 547th Sqd.
Die Maschine ging auf Grund von Beschuss durch 10 bis 15 Messerschmitt Bf 109 verloren. Der Bericht umfasst 32 Blatt.

MACR 2467, B-17G 42-39809, 547th BS / 384th BG
   Pilot: McDonald, Raymond L., 547th Sqd.
   Copilot: Smith, Paul M, Jr., 547th Sqd.
   Nav.: Kontur, William J., 547th Sqd.
   Bomb.: Bean, George Henry, 547th Sqd.
   Radio Op.: Franzo, Anthony J., 547th Sqd.
   Engineer/TT: Pierce, Lee C., 547th Sqd.
   BT: Egger, Richard Henry, 547th Sqd.
   TG: Egger, Robert R., 547th Sqd.
   Fl.G. Odom, Rufus T, Jr., 547th Sqd.
   Fl.G. Gabriel, Daniel (NMI), 547th Sqd.
Die Maschine ging auf Grund von feindlichen Beschuss verloren. 10 bis 15 Messerschmitt Bf 109 griffen die B-17 an, als sie zuletzt gesehen wurde. Die B-17 stürzte um 13:40 Uhr bei Venray in den Niederlanden, auf der Straße nach Oostrum ab. Der Bericht umfasst 17 Blatt.

Weitere MACRs
Zusätzlich wurden einige weitere MACRs gesichtet. Diese MACRs stehen in keinem direkten Zusammenhang mit den US-Verlusten auf dem Hardtberg, helfen aber bei der Zuordnung der Abschussmeldungen, welche durch deutsche Jagdpiloten beansprucht werden:

MACR 2465, B-17G 42-97488, 547th BS / 384th BG
   Pilot: De Frees, Norman Francis, 547th Sqd.
   Copilot: Hunt, George S., 547th Sqd.
   Nav.: L Moody, Ivan E., 547th Sqd.
   Bomb.: Miller, Ellis L., 547th Sqd.
   Radio Op.: Wright, William Clifford, 547th Sqd.
   Engineer/TT: Moore, Lloyd W., 547th Sqd.
   BT: Smith, Luther Earl, 547th Sqd.
   TG: Kushner, Jack (NMI), 547th Sqd.
   Fl.G: Hallam, Harley Ross, 547th Sqd.
   Fl.G: Ecker, John Eric, 547th Sqd.
Die Maschine ging nach einem Angriff von feindlichen Flugzeugen verloren. 10 bis 15 Messerschmitt Bf 109 griffen die B-17 an, als sie zuletzt gesehen wurde. Der Bericht umfasst 17 Blatt. Alle Besatzungmitglieder sprangen in einem Zeitraum von 10 Minuten ab. Dies müsste um 13:00 bis 13:30 Uhr im Raum Dortmund – Hemer erfolgt sein. Das Flugzeug dürfte ca. 2 Meilen vom Absprungraum aufgeschlagen sein. Alle 10 gerieten in Kriegsgefangenschaft.

MACR 2872, B-17F 42-31028, 524th BS / 379th BG
   Pilot: Capt Harry Simons, 524th BS, KiA
   Copilot: John Robins, 524th BS, KiA
   Nav.: Bob Jones, 524th BS, KiA
   Engineer/TT: Jim Fallon, 524th BS, KiA
   Radio Op.: Ole Nelson, 524th BS, KiA
   BT: Don Harmon, 524th BS, KiA
   Fl.G: Leo Borkowski, 524th BS, KiA
   Bombardier: Bill Bonin, 524th BS, PoW
   Waist Gunner: Rufus Till, 524th BS, PoW
   Tail Gunner: Ray Veiders, 524th BS, PoW
Der Bombenschacht geriet durch Flakbeschuss in Brand. Das Flugzeug verließ daraufhin die Formation und stürzte gegen 13:05 Uhr (deutscher Zeit) bei Gattrup, nahe Senden, neun Meilen südwestlich von Münster, ab.

MACR 2420, B-24D 42-72865, 67th BS / 44th BG
   Pilot: Evans, Earl L., 67th BS, POW
   Copilot: Swank, Clifford W., 67th BS, POW
   Nav.: Pinkussohn, Lewis A., 67th BS, POW
   Engineer: Jackson, Myron G., 67th BS, POW
   Radio Op.: Deal, Joseph C., 67th BS, POW
   Bombardier: Flaugh, Harold E., 67th BS, KiA
   Gunner: Simon, Oscar, 67th BS, POW
   Gunner: Britt, John 0., 67th BS, POW
   Gunner: Wild, Edward G., 67th BS, POW
   Gunner: Putnam, Thomas A., 67th BS, POW
Start um 9:00 Uhr zum Einsatz nach Gotha. Die Gruppe wurde im Laufe des Einsatzes zurück beordert, hatte zu diesem Zeitpunkt aber bereits die deutsche Grenze überflogen. Im Bereich von Münster kehrte die Einheit um. Es kam zu einem Angriff von 8 Fw 190 auf die Formation. Hierdurch kam es zum Verlust des Bombers im Raum Wesel. Der Bericht umfasst 26 Blatt.

 


Einsätze der deutschen Luftwaffe

Auch am 22.02.1944 setzte die deutsche Luftwaffe ihren Kampf gegen einfliegende Bomber fort. Die größten Erfolge erzielten das JG 1 und JG 26 im Westen. Beide Einheiten konnten nach ihren Einsätzen Abschüsse im Raum KO der Jägernetzkarte melden. Diese Luftsiege führten auch zu den US-Verlusten am Hardtberg.
Aber auch andere Einheiten konnten Erfolge gegen die aus Westen einfliegenden US-Bomber erzielen. Dies waren das JG 2, JG 3, JG 11, JG 27, JG 54 und das ZG 26. Selbst Oblt. Hans-Hermann Müller von der 10./NJG 3 erzielte im Raum westlich Gütersloh kurz nach 15:00 Uhr zwei B-17 Abschüsse.

Einen kleinen Eindruck vermitteln die folgenden Flugbuchauszüge deutscher Jagdflieger.

Flugbuch Glunz
Flugbuchseite 81 von Adolf Glunz, Staffelkapitän der 5./JG 26 "Schlageter". Sein Flugzeug bei diesen Einsätzen war die Focke Wulf Fw 190 A-7 mit der Kennung weiße "9", Werknummer 642527.

Flugbuch Bär
Die Seite des 22. Februar 1944 aus dem Flugbuch von Major Bär.Flugbuchseite 12 von Major Oskar-Heinrich Bär der 6./JG 1 "Oesau". Sein Flugzeug bei diesen Einsätzen war die Focke Wulf Fw 190 A-7 mit der Kennung rote "13", Werknummer 431007.

 

 

 

Jägergradnetzkarte

Die Jägernetzkarte bzw. Jägergradnetzkarte nach 01.05.1943 besteht aus einer in Planquadraten aufgeteilten Landkarte.
Luft-Navigationskarte der Luftwaffe
Die größte Unterteilung erfolgt in Jagdtrapeze – in diesem Fall das Gebiet "05 Ost S" (Nord-Frankreich, Belgien, Niederlande, Nord- und Westdeutschland)
Das Jagdtrapez ist in Mitteltrapeze aufgeteilt, welche als "AA", "AB" .... bis "UU" (mit Ausnahme des Buchstaben I) bezeichnet sind. Die Größe eines Mitteltrapezes ist ca. 35 x 28 km.
Das Mitteltrapez ist in 9 Kleintrapeze auf-geteilt, welche mit Zahlen von 1 bis 9 bezeichnet sind. Die Größe eines Kleintrapezes ist ca. 11 x 9 km.
Das Kleintrapez ist in 9 Meldetrapeze aufgeteilt, welche mit Zahlen von 1 bis 9 bezeichnet sind. Die Größe eines Meldetrapezes ist ca. 4 x 3 km.
Das Meldetrapez ist in 4 Arbeitstrapeze aufgeteilt, welche mit Buchstaben "lo", "ro", "lu" und "ru" (rechts unten) bezeichnet sind. Die Größe eines Arbeitstrapezes ist ca. 1,2 x 1 km.

Je feiner die Unterteilung wurde, um so seltener wurde sie im regulären Betrieb verwendet.


Abschussbestätigungen des O.K.L

Die Listen des O.K.L. "Chef für Ausz. und Disziplin Luftwaffen-Personalamt L.P." zeigen bestätigte Abschussmeldungen der fliegenden Verbände sowie der Flak.

Anerkannte Abschüsse im Raum KOEin Blatt aus der Liste des O.K.L. "Chef für Ausz. und Disziplin Luftwaffen-Personalamt L.P." mit der bestätigten Abschussmeldung von Glunz.

Hptm. Hermann Segatz des Stab II./JG 1, B-17 östlich Wesel in 6000 m, 12:45 Uhr [Raum KO, HSS (Herausschuss)]
Ofw. Adolf Glunz der 5./JG 26, B-17, 7 km westlich Dorsten in 7000 m, 12:50 Uhr [Raum KO, Gahlen]
Ofw. Adolf Glunz der 5./JG 26, B-17 nordöstlich von Wesel in 7500 m, 13:10 Uhr [Raum KO, HSS (Herausschuss)]

sowie unbestätigte Abschussmeldungen
Major Oskar-Heinrich „Pritzl“ Bär der 6./JG 1, B-17 im Raum KO gegen 12:51 Uhr [nordwestlich Bottrop]
FhjFw. Horst Zauter der 6./JG 1, B-17 im Raum KO 5-6, 13:05 Uhr [Raum Wesel, e. V. (endgültige Vernichtung einer Maschine nach dem Herausschuss)]


Deutsche AV- und KU-Berichte

Luftgaukommando Bericht AV 619/44

Namentliche Verlustmeldung Nr. 6 über Offiziere, Wehrmachtsbeamte, Unteroffiziere und Mann-schaften, Berichtszeitraum 31.01.1944 – 22.02.1944
Fliegerhorstkommandantur Buer, Flugplatzkdo.
Namentliche Verlustmeldung Nr. 6 über Paul M. Smith
Paul M. Smith, O-446478.
Aufgefunden Gahlen bei/ Dorsten Hardtberg am 22.02.1944 um 13:50 Uhr. Gefallen, als Ursache wurde Kopfverletzungen notiert.
Beerdigt am 25.02.1944 in Hervest-Dorsten auf dem Kommunalfriedhof, 1. Teil, Feld 2 links, Grab-Nr. 233.

Luftgaukommando Bericht AV 665/44

Namentliche Verlustmeldung Nr. 57 über Offiziere, Wehrmachtsbeamte, Unteroffiziere und Mann-schaften, Berichtszeitraum 01.02.1944 – 23.02.1944
Fliegerhorstkommandantur Düsseldorf, Fl. Ers. Batl. V Detmold
Namentliche Verlustmeldung Nr. 57 über  William J. Kew und James W. Ross.
William J. Kew, O-671960,
James W. Ross, 13113261
Die Leichen von zwei amerikanischen Piloten wurden am 23.02.1944 um 15:00 Uhr aufgefunden, Hardtberg bei Gahlen (Wesel). Gefallen, als Ursache wurde Kopfverletzungen notiert.
Beerdigt am 28.02.1944 um 9:00 Uhr in auf dem Nordfriedhof (Ehrenfriedhof) Düsseldorf, Feld 111 C, Grab 354 und 255.

Luftgaukommando Bericht KU 933

Der KU-Bericht enthält die Erkennungsmarke und ein Foto von Paul M. Smith, 0-446478 T43.

[Im MACR sind weitere Seiten (mit John W. Schweikart) enthalten. Diese waren nicht als Original verfügbar.]

Luftgaukommando Bericht KU 941

Der KU-Bericht enthält eine Meldung der Fl.h.Kdtr.(A) 208/VI, verfasst am 15.03.1944.

Fl.h.Kdtr.(A) 208/VI, Technische Gruppe/T.L.

Betr: Untersuchungsbericht des 22.02.1944 um 13:40 Uhr bei Oostrum b. Venray abgeschossenen amerikanischen Flugzeugs.

Flugzeugmuster: Boeing-Fortress Kennz. unbekannt Werknr. P 239809
An Verteiler:
Flugzeug wurde durch Aufschlag und Brand vollständig zerstört. Tote wurden nicht festgestellt, es ist anzunehmen, dass die Besatzungsmitglieder verbrannt sind.
Triebwerksmuster:           Wright-Cyklon Werknr. Nicht
                                        fest stellbar.
Bewaffnung:                     Browning 12,7 mm Anzahl unbestimmt
FT-Geräte:                        verbrannt
Bildgeräte:                        nicht festgestellt
Panzerung:                       nicht festgestellt
Bomben:                           keine vorhanden
Schaden des Flugzeugs:  98%
Schaden der Motore:        75%

4 Typenschilder anbei.             Fl.Ing. u. Techn.Leiter

Verteiler:
1x Feindgerät-Untersuchungs-Kdo. West III
1x Feldluftgaukdo. Belgien/Nordfrankr. Ic
1x Kdo.Fl.H.Bereich 6/III
1x Entwurf

Luftgaukommando Bericht KU 948

Blatt 1 des Berichts KU 948:

Fliegerhorstkommandantur Düsseldorf, März 1944

Luftgaukommando Bericht KU 948, Carleton Dow.Angaben über die Gefangennahme eines feindlichen Luftwaffenangehörigen.
Dienststelle:             Fl.h.Kdtr. Düsseldorf
Ort:                          Düsseldorf
Zeit:                         15.03.1944
Abschuss einer:       unbekannt
Notlandung bei:       Wesel am Rhein
am:   22.02.1944     um:   unbekannt
(der Gefangene wurde am gleichen Tage von der Polizei verletzt ins Res.-Lazarett Wesel, Teillazarett städt. Krankenhaus eingeliefert und am 14.03.1944 zur Fliegerhorstkommandantur Düsseldorf überführt)
Zahl der Besatzung:             unbekannt
Name des Gef.:                    Dow
Vorname des Gef.:               Carleton
Dienstgrad des Gef.:            Officer
Erk.-Marke des Gef.:            0-728960 T42-43
Verbleib des Gef.:                wird am 15.03.1944 nach Dulag-
                                             Luft Oberursel überführt
Bezeichnung des Lazaretts: Res.-Lazarett Wesel,
                                        Teillaz. städt. Krankenhaus
An Verteiler weitergeleitet am: 15.03.1944

Verteiler:
Lg.Kdo.VI – Abt. Ic     1x
Dulag-Luft Oberursel  1x
Lazarett                      1x
z.d.A.                          1x

Blatt 2 des Berichts KU 948:

Luftgaukommando Bericht KU 948, James W. RossFliegerhorstkommandantur Düsseldorf, 23.02.1944

Betr.: Abschuß einer Feindmaschine "unbekannt".
Notlandung: unbekannt

Toter:
Name:                     Ross
Vorname:                James W.
Dienstgrad:             Sergeant
Erkennungsmarke: 13113291
Verbleib: Leiche wurde am 23.02.1944 zum Nordfriedhof Düsseldorf überführt.
Ort und Zeit der Gefangennahme: - , Leiche aufgefunden am 22.02.1944 Wesel a/Rhein.
Bezeichnung des Lazarettes: -
Ort und Zeit der Beisetzung: wird noch bekanntgegeben.

Oberstleutnant u. Fliegerhorstkommandant

Verteiler:
Lg.Kdo.VI, Münster      1x
Dulag-Luft, Oberursel  1x
Lazarett                        -
z.d.A.                           1x

Blatt 3 des Berichts KU 948:

Die 4 Erkennungsmarken folgender Flieger:
   1x  Daniel Gabriel, 31189278 T43-43
   1x  Richard H. Egger, 19188500 T43-43
   2x  William J. Kew, 0-671960 T42-43

Luftgaukommando Bericht KU 951

Der KU-Bericht enthält die Erkennungsmarken von Thomas A. Putnam und Arthur W. Madden.

Luftgaukommando Bericht KU 959

Der KU-Bericht enthält die Erkennungsmarken von Harold R. Miles, Dienstnummer 38319107 T43-43.


Augenzeugenberichte

a. Augenzeugenbericht von G. Keinespel

Auszug aus einem Bericht von G. Kleinespel, geb. 1933, welcher am 7. und 21. Juli 2015 erstellt wurde.

Sehr gute Erinnerung habe ich noch an das Wrack einer grünen "Fliegenden Festung", die an der westlichen Seite des Hardtbergs [heute östlich der Baumbachstraße / nördlich der Königsberger Allee] lag.
Sie war noch in einem relativ guten Zustand, lag mit der Nase bergauf zeigend auf dem Bauch. Kurz nach dem Absturz waren bereits einige Jungs an dem Bomber und beobachteten noch, wie der Pilot Karten oder Papiere verspeiste. Die Besatzung hat dann wohl die Maschine verlassen, denn die Burschen kletterten dann durch die Maschine, auch bis in den Heckstand der Maschine. Einer von ihn betätigte die dortige Waffe, worauf sich prompt ein Schuss löste der einen seiner Spielkameraden außerhalb stehend ins Bein traf.
Nach kurzer Zeit waren dann aber auch unsere Soldaten an der Maschine. Daraufhin wurde die Maschine erst mal abgesperrt. Die haben dann wohl die Besatzung weggebracht. Wenig später waren meine Jungs und ich dann auch da, natürlich mussten auch wir dort rumstöbern. Für mich sah der Bomber noch komplett aus, zu der Zeit war auch nichts von einem Brand zu sehen. Die Soldaten erlaubten uns zwischendurch auch mal den Zugang zur Maschine. Erst haben Sie uns gelassen, wir kletterten im Flugzeug herum und dann - als wir Blödsinn gemacht haben - haben Sie uns weggescheucht.
Wie lange die Maschine lag, weiß ich nicht. Die haben mit der Verschrottung angefangen, haben große Teile weggeholt. Bei der Verschrottung waren wir nicht mehr dabei, da mussten wir doch weg. Da haben die uns nicht bei gelassen.

b. Augenzeugenbericht von W. Romswinkel

Auszug aus einem Bericht von W. Romswinkel, geb. 1938, welcher am 12. August 2015 erstellt wurde.

Ich kann mich an ein Ereignis erinnern, was nicht direkt mit dem Flugplatz Schwarze Heide bei Kirchhellen in Zusammenhang steht.
Ich war damals 7 Jahre. Dieses Flugzeug, was hier am Hardtberg abstürzte, wurde von 3 Jabos oder deutschen Fliegern hier reingedrückt. Einer links, einer rechts und einer oben drauf. Wir konnten das Spiel von weiten aus sehen. Die sind aus Richtung Holsterhausen gekommen und wollten den wohl dort in den Busch oder sonst wo rein treiben. Sie haben den Bomber nach unten gedrückt und sind dann selbst kurz vorher zu den Seiten weg geflogen. Wir haben das damals mit zwei Jungs beobachtet. Der Bomber ist dann dort rein geflogen, hat sich gedreht, eine Tragfläche brach ab und das Hinterteil brach durch.Der Absturzort im Jahre 1952.
Wir als kleine Kinder sind sofort dahin gerannt. Mein Freund und ich waren die ersten, die dort ankamen. Eins der Teile hat gebrannt, ob es das Hinterteil oder die Tragfläche war, weiß ich nicht mehr. Rein in das Flugzeug, an alle Hebel gespielt. Da hatten wir dann auch das Bord-MG oder was das war, vor uns. Anschießend sind ein paar Geschosse in das Haus Schult, gegenüber der Schule, oben in den Giebel eingeschlagen. Dort gegenüber der Schule wohnte auch der Horst Schult, 3 – 4 Jahre älter als ich. Die Gefahr, die von solchen Teilen ausging, kannten wir damals gar nicht.
Die Waffe, die wir abfeuerten, müsste nach meiner Erinnerung vorne gewesen sein. Das Hinterteil war ja abgebrochen und eins der Teile – diese lagen etwas auseinander – stand in Flammen. Mein Elternhaus war damals hinter der Östricher Schule, auf der linken Seite. Zu der Zeit stand hier noch so gut wie nichts, deshalb hatten wir freie Sicht bis hin zum Absturzort. Nur das Haus von Kühn stand hier allein an der heutigen Hardtstraße. Dort, wo der Bomber rein ist, standen damals 5-6 sehr große Buchen – wie eine Hecke. Da ist der rein, hat sich gedreht und dann gab es einen Knack und die Teile rissen ab. Die Buchen hat der Schult später umgelegt und dann Pappel gepflanzt. Aber auch die sind schon wieder weg. Das Flugzeug lag dann am oberen Teil des Hardtbergs in der Wiese - hinter der ehemaligen Apotheke Schröder.
Mittlerweile kam mein Vater dazu. Wir konnten noch sehen, dass der Pilot Papiere bei sich trug und dabei war, diese aufzufressen. Später bin ich erst gewahr geworden, warum er das tat. Weitere Besatzungsmitglieder habe ich nicht gesehen.
Mein Vater nahm sich des Piloten an. Aber sie waren noch keine 10 – 20 Meter von der Maschine weg, da waren auch schon die Feldjäger da. Sie haben dann die Maschine abgesperrt.
Mein Vater ist am 7. März 1945 auf dem Hydrierwerk Scholven tödlich verunglückt. Deshalb kann ich mich noch recht gut an den Zeitraum erinnern. Ich selbst habe am 1. März Geburtstag – und kurz vorher muss der Bomber hier abgestürzt sein.
Zwei Tage nach dem Absturz sind wir noch mal zu dem Flugzeug gegangen. Wir wollten von den Reifen das Gummi haben. Damit wollten wir uns Fletschen bauen. Aber wir kamen nicht mehr an die Maschine ran. Diese war nun bis zum Abtransport abgesperrt.

c. Bericht von H. Markow

Auszug aus einem Zeitungsartikel, in dem über Henry V. Markow – Pilot der B-17 42-97450 – und seinem Absturz berichtet wird. Der Artikel stammt vom 15. Juli 1973.
Ein unvergessliches Erlebnis hatte Markow während seines 17. Einsatzes am 27. Februar 1944 [22. Februar 1944] auf dem Weg nach Oschersleben [Aschersleben], Deutschland, mit einer Ladung von Brandbomben und Propagandamaterial. Über dem Ruhrgebiet wurde er von Fw 190 attackiert, die seine B-17 schwer trafen. "Eine Geschichte  der 384th  Bombardment Group" beschrieb seine Notlage.

Brandbomben in Flammen
In unserem Bombenschacht war ein Feuer ausgebrochen, Flammen loderten um unsere Brandbomben. Als wenn dies nicht schon schlimm genug wäre, fiel ein Triebwerk durch Beschuss aus und ein zweites geriet in Brand. Unsere Sauerstoffversorgung war ebenfalls durch Beschuss zerstört worden. Zudem war das Ruder wirkungslos, die Höhenrudersteuerung beschädigt, der Bug beschädigt, die meisten Abwehrstände außer Funktion. Nicht zuletzt waren bereits drei Männer leicht verletzt."
Nun gab 1st Lt. Markow den Befehl, die Maschine mit dem Fallschirm zu verlassen. Acht Besatzungsmitglieder waren bereits abgesprungen, als sich Markow bereit machte, ebenfalls die Maschine zu verlassen. Dabei bemerkte er, wie 2nd Lt. George J. Littleton, der Bombenschütze, aus der Nase in die Maschine kroch. Er trug seine Fallschirmbehälter, der aber keinen Fallschirm mehr enthielt. Sein Brust-Fallschirm, ein Snap-On Typ, war offenbar aus der Hülle gesogen worden, als die Flugzeugnase getroffen wurde. Lt. Littleton: "Sowohl die Sauerstoffversorgung als auch die Sprechanlage waren an meinem Platz außer Funktion. Deshalb erfuhr ich erst vom Absprungbefehl des Piloten, als mir der Navigator davon berichtete. In der Zeit als ich mir eine Notfall-Sauerstoffflasche besorgte, verließen alle Männer bis auf Lt. Markow das Flugzeug. Ich traf ihn an dem vorderen Notausstieg und deutete ihm, dass ich keinen Fallschirm mehr hatte. Ich drückte mich an ihm vorbei, um im Flugzeug nach einem Ersatzschirm zu suchen. Als ich im Gang wieder zurück kam, war Markow weg".
Kein Reserve-Fallschirm
Markow kehrte – nachdem er sich ebenfalls erfolglos auf die Suche nach einem Ersatz-Fallschirm begeben hatte – in das Cockpit zurück. Dort fand er Littleton im Pilotensitz vor. Dieser hoffte auf ein Wunder und wollte den brennenden Bomber selbst nach Frankreich zurück steuern.
"Ich kletterte in den Sitz des Copiloten, übernahm die Kontrolle und steuerte in Richtung Frankreich. Zu dieser Zeit begannen erneut drei Fw 190 auf uns zu schießen. Wir konnten uns vor den Angriffen nirgens verstecken und das Feuer wütete weiter in der Maschine. Es war zweifelhaft, dass wir eine Möglichkeit finden würden, trotzdem nach Frankreich zu kommen. Wir hatten keine andere Wahl, als eine Bruchlandung zu versuchen. Wir zogen grade noch über eine deutsche Stadt hinweg, schlugen anschließend auf ein ansteigendes Feld auf. Wir rutschten über einen Hügel, auf der anderen Seite brach die Maschine auseinander. Wir beide konnten das Flugzeug unverletzt verlassen. Während zwei der Fw 190 über uns kreisten, griff uns ein Mann des Heimatschutzes auf."
Markow verbrachte den Rest des 2. Weltkrieges im Kriegsgefangenenlager Stalag Luft 1 in der Nähe von Barth, Deutschland. Die Insassen einiger anderer Gefangenenlager wurden durch Gewaltmärsche vor den vorrückenden Russen evakuiert. Dies blieb den Männern im Stalag Luft 1 erspart. Sie blieben bis zum Eintreffen der russischen Truppen in Barth.
Frei zu gehen
"Die Russen kamen irgendwann im März oder April 1945, unser Verhältnis zu ihnen war in Ordnung. Wir waren frei und konnten gehen, aber die meisten von uns blieben im Lager und warteten auf unsere eigenen Truppen. Im Mai 1945 flog uns die Achte US-Luftwaffe mit B-17 aus."


Foto der 42-97450

Das Bild stammt aus einer Reihe von Aufnahmen, die von der B-17 unmittelbar nach der Bauchlandung erstellt wurden. Leider ist nur diese eine Aufnahme zur Zeit verfügbar.
Das Foto zeigt klar das Heckteil mit Seriennummer und Kennung. Eine Identifizierung ist somit sicher gegeben. Zusätzlich ist folgendes zu erkennen:
Die brennende B-17 kurz nach dem Absturz.
   Die Maschine trägt einen olivgrünen Tarnanstrich
   Der komplette Heckstand samt Waffe ist unterhalb des Seitenruders abgerissen
   Beschädigungen an Höhen- und Seitenruder sind sichtbar
   Vor der Kokarde brennt das Flugzeug
   Der Rumpf ist in Richtung WSW ausgerichtet
   Die Umgebung macht einen ländlichen Eindruck


Fazit

Zusammenfassend lässt sich anhand der aufgelisteten Berichte folgende Schlussfolgerung bilden:

B-17G 42-97488, 547th BS / 384th BG

Die gesamte Besatzung sprang um 13:00 ~ 13:30 Uhr innerhalb von 10 Minuten im Raum Dortmund – Hemer mit dem Fallschirm ab. Das Flugzeug dürfte ca. 2 Meilen vom Absprungraum aufgeschlagen sein, der genaue Ort ist unbekannt. Die komplette Besatzung geriet in Kriegsgefangenschaft.

B-17F 42-3087, SO-O, 547th BS / 384th BG

Der Pilot William J. Kew gab seiner Crew den Befehl zum Absprung aus der Maschine. Er wollte die Maschine solange in einer stabilen Fluglage halten, bis die 9 weiteren Besatzungsmitglieder mit dem Fallschirm abgesprungen waren. Sehr wahrscheinlich explodierte bzw. brach die Maschine auseinander, bevor der Pilot sie verlassen konnte.
Der Engineer und Top Turret Schütze James W. Ross sprang ebenfalls ab, wurde aber später tot aufgefunden. Ob er sich seine Verletzungen beim Absprung oder am Fallschirm zuzog, oder gar am Boden getötet wurde, ließ sich nicht klären. Die gefangenen Kameraden transportierten den Leichnam von Ross bis nach Düsseldorf mit. Dort wurde Ross am 28.02.1944 beerdigt. Dies fand um 9:00 Uhr auf dem Nordfriedhof (Ehrenfriedhof) Düsseldorf statt.
Zum Fundort der Leichen gibt es zwei Berichte, die sich zumindest bei James W. Ross widersprechen:

Luftgaukommando Bericht AV 665/44:
Die Leichen von zwei amerikanischen Piloten (William J. Kew und James W. Ross) wurden am 23.02.1944 um 15:00 Uhr aufgefunden, Hardtberg bei Gahlen (Wesel). Gefallen, als Ursache wurde Kopfverletzungen notiert.

Luftgaukommando Bericht KU 948, Blatt 2:
Die Leiche von James W. Ross wurde am 22.02. 1944 bei Wesel am Rhein aufgefunden.

Luftgaukommando Bericht KU 948, Blatt 1:
Officer Carleton Dow wird am 22.02.1944 bei Wesel am Rhein gefangen genommen und noch am gleichen Tage von der Polizei verletzt ins Res.-Lazarett Wesel, Teillazarett städt. Krankenhaus eingeliefert. Am 14.03.1944 wird er zur Fliegerhorstkommandantur Düsseldorf überführt, von wo es am 15.03.1944 zum Dulag-Luft Oberursel geht.

Der Absturzort des Flugzeugwracks ist zur Zeit ungeklärt, dürfte sich aber zwischen Wesel und Dorsten befinden.

B-17G 42-39809, SO-M, 547th BS / 384th BG

Der Bomber stürzt um 13:40 Uhr bei Oostrum bei Venray, Niederlande ab. Durch Aufschlag und Brand ist das Wrack fast vollständig zerstört. Die B-17 wird von der Wehrmacht als 239809 identifiziert. Besatzungsmitglieder werden nicht gefunden, im Bericht geht man davon aus, das diese mit dem Flugzeug verbrannt sind. Dies war ein Irrtum, da neun Crewmitglieder in deutsche Gefangenschaft gerieten.
Laut dem Luftgaukommando Bericht AV 619/44 wird ein Besatzungsmitglied, der Copilot Paul M. Smith Jr., um 13:50 Uhr tot bei Gahlen/Dorsten, Hardtberg aufgefunden. Als Todesursache wurden Kopfverletzungen im Bericht notiert. Seine Beerdigung fand am 25.02.1944 im dorstener Ortsteil Hervest statt.

B-17G 42-97450, BK-M, 546th BS / 384th BG

Nachdem die restliche Besatzung die Maschine mit dem Fallschirm verlassen hat, erfolgt eine Bruchlandung durch den Piloten Henry V. Markow und den Bombenschützen George J. Littleton im Raum westlich Dorsten. Die zuvor abgesprungenen Besatzungsmitglieder sowie die bruchgelandeten Flieger gingen in Kriegsgefangenschaft.
Der einzige deutsche Bericht, der etwas zu den Besatzungsmitgliedern aussagt, ist eine nur als englische Übersetzung vorliegende Kopie zum Bericht KU 933. Hier wird notiert, das John W. Schweikart am 22.02.1944 in das Reserve Krankenhaus Wesel eingeliefert wurde. Als Grund wurden Verwundungen durch Flaksplitter angegeben.
Mit größter Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei dieser Maschine um die am Hardtberg bei Dorsten notgelandete B-17. Eine spätere Beschreibung des B-17 Piloten deckt sich weitestgehend mit den Beschreibungen eines Augenzeugen. Lediglich das Absturzdatum weicht in beiden Berichten von einander ab.
Eine abschließende Bestätigung des Absturzortes ist nur dann möglich, wenn weitere Dokumente oder Fotografien auftauchen bzw. gekennzeichnete Wrackteile gefunden werden.

 


Danksagung

Dieser Bericht wäre ohne die vielfache Hilfe und Unterstützung nicht möglich gewesen. Hierfür möchte ich mich ausdrücklich bedanken.

Gebhard Aders, Sven Carlsen, G. Kleinespel, Hans-Josef Lehrich, Norbert Loy, Siegfried Neidlein, Fred Preller, W. Romswinkel, Ralf Schaper, Friedrich Stricker, Simon Terhardt, Walter Waiss, Sascha Weltgen.  (in alphabetischer Reihenfolge)


Quellen
    Fred Preller, Cold Springs (Reno), Nevada, USA. http://384thbombgroup.com/
    http://www.wetterzentrale.de/
    https://www.fold3.com/
    Sven Carlsen
    Walter Waiss
    Donald Caldwell, Book "The JG 26 War Diary, Volume Two 1943-1945"
    Gebhard Aders
    https://www.archives.gov/
    http://www.luftbilder.geoportal.ruhr/

 

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