Der Feldflugplatz Brunnthal

- Ausweich und Schattenplatz im Landkreis München - 1944 - 1945

von Norbert Loy

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Das Ende eines Feldflugplatzes der Deutschen Luftwaffe im II. Weltkrieg im Oberbayerischen Brunnthal bei München. Viele der noch flugfähigen Maschinen vom Typ Ju 88, He 111, Si 204 und sogar der erste düsengetriebene Jäger, die Me 262 sind beim Einmarsch der Alliierten teilweise noch Intakt zurückgelassen worden. - Hier ist ihre Geschichte.

 

Als Ende April 1945 US-Streitkräfte kurz vor dem Feldflugplatz bei Brunnthal stehen und den Hofoldinger Forst der Autobahn entlang fuhren, ist das Ende der letzten aktiven Luftwaffenstützpunkte schon längst absehbar. Überall im Lande sowie auch im Landkreis München, in dem sich einzelne Truppenteile zurückgezogen haben, bereitet man sich schon auf das Ende vor...., Auflösungsmaßnahmen dazu sind teilweise schon getroffen worden oder im vollem Gange.

Die Luftwaffe war in Süddeutschland an einem Punkt angelangt, wo ihr nur noch geringe Gegenwehr möglich war. Zum Einen bedingt durch die anhaltenden Luftangriffe der britischen und amerikanischen Luftflotten auf München, wie Beispielsweise die verheerenden Jabo-Einsätze der 55th Fighter Group der US-Luftwaffe am 9. und 16. April 1945, zum Anderen durch die immer knapper werdenden Bestände an Flugbenzin so wieder unendliche Aderlass an Piloten der deutschen Luftwaffe. Nur noch vereinzelt befinden sich deutsche Einheiten und Flugzeugführer so um den 29. April 1945 auf dem Ausweichplatz des Fliegerhorst Neubiberg und München-Riem, als die alliierten Truppen durch Oberbayern vorrücken und dabei Brunnthal von drei Seiten einnehmen. Den amerikanischen Bodentruppen stellt sich nur noch vereinzelter bis gar kein Widerstand entgegen.

Ungebrochen ist jene Faszination, die von der deutschen Luftwaffe des zweiten Weltkriegs ausgeht. Norbert Loy untersucht die Entstehung und Untergang des kleinen Feldflugplatzes in Brunnthal, um sich dann dessen durchaus vielfältiger Einsatzkarriere bis zum Ende des zweiten Weltkriegs ausführlich zu widmen. Die Entstehungsgeschichte des Feldflugplatzes, dessen Planung durch die Luftwaffe bis hin zum Vorhaben, weitere Ausweichplätze in der näheren Umgebung im Landkreis zu installieren und auszubauen. Dokumentiert von zahlreichen Einsatzberichten sowie den Abschusserfolgen der USAAF und abgerundet durch einige wenige deutsche Zeitzeugenberichte lässt das Ausmaß der Zerstörung nur vermuten und beschreiben die Ausweglosigkeit jener Zeit für die Soldaten aber auch der Zivilbevölkerung.

Durch die Sichtung einer unendlichen sowie faszinierende Anzahl von Fotos, insbesondere der erstklassigen Luftaufnahmen der USAAF, gelang eine detaillierte Auswertung der bei Kriegsende auf dem Platz verlassenen, abgestellten und teilweise von den Piloten gesprengten Flugzeuge. Anhand dessen konnten viele Irrtümer korrigiert sowie neue Informationen zu einzelnen Flugzeugen und deren Verbleib gewonnen werden. 52 Maschinen wurden so katalogisiert, weitere einzelne Wrackteile lieferten zusätzliche Informationen zu Kennungen, Bauausführungen und Werknummern. Dies führte zu erstaunlichen Fakten, wie zum Beispiel der Nachweis einer Junkers Ju 87 Stuka, welche zuvor seit Jahren als Erprobungsmaschine zur Flugzeugentwicklung für den ersten deutschen Flugzeugträger diente. Neben dieser Maschine befanden sich noch weitere Flugzeugmuster wie Bf 109, Bf 110G-4, Me 410, He 111, Ju W 34hi, Ju 52/3, Ju 88G-6, Ju 290A, Si 104A, Si 204D und sogar mehrere der neueren Strahljäger vom Typ Messerschmitt Me 262A vor Ort. Nach Ende der Kampfhandlungen in Deutschland wurde die 2nd Air Disarmament Wing der 492th Air Service Group, eine Einheit der Amerikaner, damit beauftragt die Entmilitarisierung des Feldflugplatzes sowie der angrenzenden Autobahn vorzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt lassen sich immer noch über 50 mehr oder wenig vollständige Flugzeuge auf dem Flugplatz nachweisen. Zudem ist eine unzählige Menge - auf einem großen Haufen zusammengeschobener - zerstörter Flugzeuge am südlichen Waldrand neben der Autobahn vorhanden. Das stille und unrühmliche Ende dieser Flugzeuge wurde im Sommer 1946 durch einen beauftragten Schrotthändler vollzogen, welcher die Erlaubnis zur Verschrottung von den US-Truppen erhalten hatte. Abgerundet durch viele unbekannte Fotos, technische Beschreibungen und neuen - bisher unveröffentlichten - Farbprofilen, schließt diese Geschichte eine weitere, kleine Lücke in der Geschichte der deutschen Luftwaffe, sowie der kleinen Gemeinde Brunnthal bei München.

 

Leitwerk einer Junkers Ju 88G-6, Winter 45/46 in Brunnthal Ju 88 Profil von Ed North
Lancaster Profil von Matthias Hundt
P-51 Mustang, Profil von Matthias Hundt

Ausstellung in Brunnthal, Februar 2010

Buchvorstellung, Herbst 2016

Im Herbst 2016 ist der vorläufige Abschluss unseres gemeinsamen Projekts Feldflugplatz Brunnthal geplant. Nach 10 Jahren veröffentlicht Norbert Loy die Ergebnisse unserer Recherchetätigkeit unter dem Titel “Der Feldflugplatz Brunnthal “ im Scherzer Verlag.

Text Deutsch/Englisch, ca. 392 Seiten, Format 23 x 27,5 cm, Hardcover, fadengeheftet, 40 Farbfotos, 178 S/W-Fotos, 73 Abbildungen, 35 farbige Grafiken
ISBN 978-3-938845-64-6,  Preis: € 45,00 zzgl. Versandkosten

Buchpräsentation in Brunnthal, Dezember 2016

Am 10.12.2016 fand die offizielle Buchpräsentation im kleinen Flugplatzmuseum in den Räumen der Gemeindeverwaltung Brunnthal statt. Von 10 bis 17 Uhr fanden sich viele Interessierte aus Nah und Fern ein. Ein paar lockere Stunden mit vielen interessanten Gesprächen, tollen Exponaten und zum Abschluss ein dickes Buch mit Widmung – so verlief der Tag der meisten Besucher.

Vorstellung des Buches in der Gemeindeverwaltung Brunnthal Vorstellung des Buches in der Gemeindeverwaltung Brunnthal
Vorstellung des Buches in der Gemeindeverwaltung Brunnthal Vorstellung des Buches in der Gemeindeverwaltung Brunnthal

Wie immer bei solchen Projekten, werden in der Folgezeit neue Informationen, Ergänzungen und Korrekturen bei dem Autor Herr Loy auflaufen. Geplant ist, diese zu sammeln und zu einem späteren Zeitpunkt hier zur Verfügung zu stellen.

Sollten Sie noch kein Buch besitzen, so können sie dies direkt über dem Autor Herr Loy bei der Gemeinde Brunnthal beziehen. Es ist natürlich auch möglich, das Buch persönlich vor Ort zu erwerben.
Sollten Sie bereits ein Buch haben und feststellen, dass sie ergänzende Informationen besitzen, so würde sich Herr Loy über einen Kontakt sehr freuen.

Der einfachste Weg für beide Fälle ist eine Email an Herr Loy in der Gemeindeverwaltung Brunnthal: Norbert.Loy@brunnthal.bayern.de

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